Vor der Ehe über Erwartungen sprechen

Schöne Braut- und Bräutigamhände tauschen in der Kirche während der Hochzeitszeremonie Eheringe aus. Geistliche heilige Ehe. Brautpaar und Priester stecken Ringe an

Vor der Ehe über Erwartungen sprechen

Viele Paare haben Schwierigkeiten nicht wegen fehlender Liebe, sondern weil sie Erwartungen mitbringen, die sie noch nie laut ausgesprochen haben.

Erwartungen daran:

  • wie Konflikte gelöst werden sollten
  • wie „gute Kommunikation“ aussieht
  • wie mit Geld umgegangen werden sollte
  • wie viel Zeit man mit der Verwandtschaft verbringt
  • wie Aufgaben im Haushalt verteilt werden
  • Intimität
  • wie Gebet und Glaube gelebt werden
  • was es bedeutet, „ein guter Ehepartner“ zu sein

Unausgesprochene Erwartungen werden oft zu Enttäuschungen. Enttäuschungen führen zu Groll, und Groll schafft Distanz. Doch Erwartungen können auch ein Weg zu mehr Verbundenheitsein – wenn Paare mit Demut darüber sprechen.

Woher Erwartungen kommen

Die meisten Erwartungen sind erlernt. Wir übernehmen sie aus:

  • unserer Herkunftsfamilie
  • der Kultur
  • den Medien
  • früheren Beziehungen
  • unseren persönlichen Ängsten und Hoffnungen

Manche Erwartungen sind gesund, andere unrealistisch. Viele unterscheiden sich einfach von Mensch zu Mensch. Unterschiede sind keine Bedrohung. Sie geben Aufschluss.

Das Ziel ist nicht Gleichheit, sondern Verständnis

Ein Paar mit einer gesunden Beziehung braucht keine identischen Erwartungen. Es braucht einen gemeinsamen Weg, über Unterschiede zu sprechen.

FOCCUS unterstützt Paare dabei mit Sprache und Struktur für Themen, die sie sonst vielleicht vermeiden würden. Wenn ein Paar sagen kann:

  • „Mir war nicht klar, dass du das erwartet hast.“
  • „So habe ich noch nie darüber nachgedacht.“
  • „Können wir gemeinsam einen besseren Weg finden?“

…baut es bereits an einer stärkeren Ehe.

Eine einfache Übung für verlobte Paare

Probieren Sie gemeinsam Folgendes:

  1. Jeder nennt eine Erwartung, die er oder sie an die Ehe hat.
  2. Die andere Person reagiert mit Neugier statt Abwehr.
  3. Fragen Sie dann: „Woher kommt diese Erwartung deiner Meinung nach?“
  4. Schließen Sie mit der Frage: „Wie könnten wir uns dabei gegenseitig unterstützen?“

Solche Gespräche beugen späteren Konflikten vor – nicht weil sie alles sofort lösen, sondern weil sie Verständnis und Vertrauen aufbauen.

In Dankbarkeit,

Sheila J. Simpson

Geschäftsführerin, FOCCUS® Marriage Ministries